[eKolumne] 2010

2010-05-25 12:33 Rote Liste
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2010-02-07 19:03 Der Zigaretten-Treter

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Rote Liste

2010-05-25 12:33 von Anni (0 Kommentare)

(ak)Auf meinem Küchentisch steht eine große Schale. Drinnen wuseln ca. 20 braun-schwarze Kaulquäppchen auf und nieder, hin und her. Eine Freundin hat sie mir zum Kaulis-sitten für 2 Tage gegeben.

Moorfrösche wollen sie mal werden.
Moorfr
ösche? Das ist doch eine Rote Liste Art. Gerettet von meiner lieben Freundin und gehegt und gepflegt von mir. Doch was gehört denn zur Pflege einer Roten Liste Art? Ist meine Wohnung jetzt ein Schutzgebiet?


Die Rote Liste wird seit 1966 jährlich von der „International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN)“ herausgegeben.
Nach der Gef
ährdung werden die Tiere und Pflanzen in eine Skala von 0 (ausgestorben) bis 4 (potenziell gefährdet) bzw. R (extrem selten);
G (Gef
ährdung anzunehmen);
D (Daten mangelhaft)
und V (Vorwarnliste) eingestuft.


Wo ist denn da mein Moorfrosch anzusiedeln?
Stufe 3 - also gefährdet. Der Lebensraum wird knapp, da sein Lebensraum, Moore und Feuchtgebiete, zunehmend kultiviert und trockengelegt werden. Außerdem stört die Fröschlein ein zu niedriger pH-Wert. Ursache dafür sind saurer Regen und die dafür verantwortlichen Luftschadt stoffe aus Straßen- und Luftverkehr, sowie übermäßige Düngung von landwirtschaftlichen Flächen mit Gülle aus der Massentierhaltung.

Besonders imposant ist übrigens das Moorfrosch-Männchen zur Paarungszeit. Dann wird der Frosch nämlich knalle blau.

Durch die Gefährdung und Seltenheit meiner neuen Mitbewohner fällt meine Wohnung nun unter einige Richtlinien. Da wäre zum Beispiel die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH Richtlinie). Europaweit besteht nach EU-Recht deswegen die Verpflichtung, die Art bzw. deren Populationen in einem "günstigen Erhaltungszustand" zu bewahren und Schutzmaßnahmen zu ergreifen


Allgemein gibts jetzt also ein Verschlechterungsverbot für meine Wohnung. Dann kommt da vielleicht noch eine Umweltverträglichkeitsprüfung (VP) auf mich zu. Hm - viel schlechter kanns ja nicht werden, wenn ich mir so den Stapel schmutziges Geschirr angucke... .

Was weniger schwierig sein wird als die VP ist die Bestandsaufnahme.
Quappen z
ählen.
Das kann ich.


Schön wärs doch, wenn wir einige Ursachen für die Gefährdung bearbeiten könnten, dann hätte ich nicht mehr so viel Arbeit.


Das ist mir jetzt aber doch ne Nummer zu groß. Ich werd die Tiere besser ganz schnell aussetzen. Aber nur an einem Ort, an dem sie auch gehören, an dem sie sich auch wohl fühlen.
Dann geh ich mal suchen...

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