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2010-05-01 14:58 von Janik ("lex") (0 Kommentare)

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Robert Harri`s "Fatherland"

(lex)Es gibt Bücher, die will man nicht lesen, es gibt Bücher, die muss man nicht lesen und es gibt Bücher die muss man lesen. Harri`s "Fatherland" ist eines jener erschreckenden fiktiven Bücher, welches nur einen Wimpernschlag von einer möglichen Realität herankommt. 


Hitler lebt noch 1964 und hat den 2ten Weltkrieg zwar nicht gewonnen, aber zu seinen gunsten "verfälscht". Das alleine wurde schon im Fernsehen gezeigt und in diversen Büchern dargestellt, aber "Fatherland" ist so gut, so erschreckend, das es lange Zeit in Deutschland nicht verlegt wurde. Boykottiert von allen deutschen Verlagen, da es die frühere deutsche Lebensweise zu realistisch rüber bringt. Ebenso das nazistische Gedankengut.
Ich bin im Ausland auf die englische original Version gestoßen.

 

"Fatherland" ist bereits ein Buch aus den `90er Jahren und wurde im deutschsprachigen Raum erst puplitziert, nachdem es ein kommerzieller Bestseller wurde. Auch dann nur mit Verzögerung. Zum Inhalt: 1964 ereignen sich diverse Morde an politisch hochangesehenden früheren NSDAP Mitgliedern (Partei von Hitler). SS Sturmbannführer March von der Berliner Kripo untersucht diese Morde und kommt bald hinter eine der größten Deutschen Verschwörungen, muss aber gegen seine eigenen Leute vorgehen. Sind die Morde in Verbindung mit Hitlers kommenden 75ten Geburtstag?

 

Besonders 


Das besondere an dem Buch ist, dass man sich sofort in die damalige Zeit vor `45 versetzen kann. Ganz Deutschland ist eine einzige graue Masse, überall Uniformen. Hitlers Jugend, Deutscher Frauen Bund, SS, Sipo (Sicherheitspolizei), Kripo, usw. Hitler wird wie ein Held gefeiert. Das "Hauptproblem" sind nachwievor die Juden, welche noch immer verfolgt werden. Hauptfigur Sturmbannführer March ist dabei ein echter Sympatieträger, da er zwar die Uniformen der SS trägt, aber nicht viel von dem System hält. Er möchte nur seine Arbeit machen.

 

Das beste jedoch ist die kleine Karte von Speer`s Vision von Berlin (Speer war Hitlers Bauminister) ganz am Anfang des Buches, jenes Vorhaben gab es wirklich und ist in dem Buch anschaulich rübergekommen. Die "große Halle" für 180.000 Deutsche Hitleranhänger welche bis in die Wolken gebaut werden sollte (und im Buch ist) nur mal als Beispiel.

 

Wer glaubt alles über die Zeit Hitlers zu kennen, wird hier noch ein zwei, schreckliche Tatsachen erfahren, die man lieber nicht wissen möchte. Es ist ein fictionales Geschichtsbuch mit realen Figuren, die nur zeitlich verschoben gestorben sind.

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